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Mit Stairway to Heaven auf der Erfolgsleiter

Schlagkräftige Musikvereinsjugend beim Frühjahrskonzert in Östringen

Seit beinahe vier Jahrzehnten macht der Musikverein Östringen mit seinem Frühjahrskonzert die städtische Hermann-Kimling-Halle regelmäßig zum kulturellen Treffpunkt der Freunde anspruchsvoller Bläsermusik, wobei das diesjährige Motto „Östringer Jugendpower“ für eine ganz besondere Anziehungskraft gesorgt hatte, denn selbst aus der Metropolregion Rhein-Neckar waren Vereinsvertreter angereist, um das Phänomen einer überdurchschnittlich erfolgreichen Jugendarbeit zu hinterfragen.

Wenn man es wagen kann, bei einer derart etablierten Konzertveranstaltung der eigenen Jugend die Verantwortung für den kompletten ersten Programmteil zu übertragen, dann haben die Vereinsverantwortlichen im Vorfeld offensichtlich vieles richtig gemacht.

Unter Leitung von Ulrike Förderer präsentierte sich ein in allen Registern gut besetztes und bereits in allen musikalischen Tugenden hervorragend geschultes Jugendblasorchester. Mit einem Dreierpack an Filmmelodien, dem Ricky-Martin-Hit „Livin‘ la Vida Loca“ und einem „Michael Jackson Hit Mix“ begeisterten sie ihr Publikum derart, dass die vorbereitete Zugabe in Form einer Gesangseinlage als krönender Abschluss draufgesetzt werden musste.

Besonders talentierten Jungmusikern ein außergewöhnliches Podium zu bieten – auch das hat bei Konzerten des MVÖ eine lange Tradition, wie durch die fachkundige und hin und wieder auch tiefgründige Moderation von Michael Ruf zu erfahren war.

So hatte aktuell das Schlagzeug-Duo Hannah Schwarz und Tim Brucker die Gelegenheit, sein Programm für den im Mai anstehenden Bundeswettbewerb Jugend musiziert nochmals vor großem Publikum zu erproben. Konzentriert bis in die Haarspitzen gelang es ihnen bei „Rush Out“ von Taiki Nishihara in geradezu symbiotischer Spielmanier, die vierstimmigen und hochvirtuosen Marimba-Kaskaden mit einem großen Set diverser Becken und Trommeln zu einer rhythmisch und klanglich faszinierenden Einheit zu verschmelzen. Beinahe Artistisches vollbrachten sie bei „Entanglement“ von Cody Criswell, wo per Fuß mit rückwärtig positionierter Bass-Drum und Hi-Hat zeitgleich zum Spiel auf Vibra- und Marimbaphon das begleitende Drumset produziert wurde. Mit einer derartigen Leistung kann das Duo hoffnungsvoll gen Hamburg starten und sich mit der bundesrepublikanischen Nachwuchselite messen. Den frenetischen Beifall hatten sich Hannah und Tim mehr als verdient.

Unter der souveränen Leitung von Markus Mauderer präsentierte nach der Pause das symphonische Blasorchester des Musikvereins Östringen die ganze Palette möglicher Klangfarben und dynamischer Abstufungen. Sowohl die kunstvoll ineinander verschachtelten Fanfarenklänge der Blechbläser in Satoshi Yagisawas „The Benefaction from Sky and Mother Earth“ als auch die sehr virtuosen Passagen der Holzbläser in der dreisätzigen „Suite from Hymn of the Highlands“ des Briten Philip Sparke meisterten alle Akteure überzeugend. Anschließend schien das von Johann de Meij herausragend gut arrangierte Medley aus „Das Phantom der Oper“ dem Orchester buchstäblich auf den Leib geschneidert zu sein, denn hier kam jedes Register mit seinen individuellen Stärken zur Geltung und auch die Solisten hatten Gelegenheit, in dankbaren Passagen vorteilhaft zu glänzen.

Mit hochkompetenter Verstärkung aus der regionalen Band-Szene wurde dann - auch dank des stilistischen Feelings von Andreas Zimmermann am Drumset - zur Freude aller Zuhörer mit „Stairway to Heaven“ einer der größten Rock-Klassiker aller Zeiten in einem gekonnten Arrangement von Manuel Barth regelrecht zelebriert. Der Arrangeur übernahm höchstpersönlich den berühmten Einleitungspart auf der akustischen Gitarre, das von Marcel Vogel improvisierte E-Gitarren-Solo machte dem großen Led Zeppelin-Vorbild Jimmy Page alle Ehre und Andreas Landkammer machte am E-Bass den Rockband-Sound komplett. Die programmatische Vorgabe „Jugendpower“ war dann auch das Motto der Zugabe, denn als Synonym hierfür galt zeitlebens Udo Jürgens, der mit einem Medley seiner größten Hits eine posthume Hommage erfuhr.

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