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Was für ein Zirkus in Östringen

Circus Odini gastiert beim Frühjahrskonzert des Musikvereins

Ein musikalisch-zirzensisches Feuerwerk brannte beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Östringen in der Hermann-Kimling-Halle ab – zu Schaden gekommen ist dabei erwartungsgemäß nichts und niemand. Östringens „gute Stube für alles Kulturelle“ hatte kurz vor Sanierungsbeginn eine letzte Belastungsprobe mit einem selten erlebten Publikumsandrang bravourös gemeistert. Als untrügliches Zeichen für das Erreichen der Kapazitätsgrenze konnte ein leergeräumtes Stuhllager vermeldet werden. Vereinsvorsitzender Alfred Ruf zeigte sich hocherfreut darüber, dass dieses stadtteilübergreifende Kooperationsprojekt einen solch phänomenalen Zuspruch fand.

Unter dem Motto Manege frei hatte man gemeinsam mit dem im Stadtteil Odenheim sehr erfolgreich arbeitenden Circus Odini e.V. das Veranstaltungskonzept langfristig geplant und erarbeitet. Der Zirkuspädagoge Peter Böhme und die Vereinsvorsitzende Ulrike Link entwickelten passend zur Musik ein mitreißendes und abwechslungsreiches Programm, mit dem sie die Mitwirkenden aller Altersgruppen ins rechte Licht setzten. Jonglage, Kugel- und Seillaufen wechselten mit Ein- und Hochradfahren ab und wurden mit vielfältigen Akrobatiknummern und Clownerie ergänzt. Schon beim Auftritt der jüngsten Zirkus-Kids, die vom Jugendorchester unter dem Dirigat von Ulrike Förderer begleitet wurden, hatte es ersten Szenenapplaus und rhythmisches Mitklatschen gegeben. Danach wurde die ansonsten den größeren Tieren vorbehaltene erste Stuhlreihe einschließlich Fußboden von den jüngsten Zuschauerinnen und Zuschauern in Beschlag genommen und rund um das Dirigentenpult eine weitere Mitmachzone eingerichtet.

Den Wandel zum professionell und nonstop aufspielenden Zirkusorchester hatte das symphonische Blasorchester des MVÖ nicht nur mit der Platzierung unterhalb der Bühne, sondern auch mit der passenden Garderobe vollzogen, allen voran Dirigent Markus Mauderer mit Zylinder und überdimensionaler Fliege. Schon die Programmauswahl, eingebettet in Fuciks berühmten „Einzug der Gladiatoren“ und deren „Abschied“ vom Marschkönig Blankenburg, ließ den Blasmusikkenner – und derer zieht es alljährlich viele nach Östringen – aufhorchen. Wer den „Circus Band March“ von Charles Ives oder auch Karl Kings „Barnum Bailey’s Favorite“ auflegt oder mit Manfred Gätjens „Manegenzauber“ und dem „Clown Act“ von Thomas Kahelin live eine bunte Artistentruppe begleitet, die auch noch ständig Szenenapplaus einheimst, braucht Musiker, die es gewohnt sind, auch mal für eine Stunde hoch konzentriert „auf der Stuhlkante“ zu spielen und ihr Instrument meisterlich beherrschen, denn dabei wird von den Komponisten neben dem hohen technischen Anspruch auch keiner der bei Zirkusmusik so beliebten Effekte ausgespart – vom lachenden und heulenden Saxophon, über trompetende Elefanten, clownesk-ironischen Posaunentönen bis zum Peitschenknallen und ständigen Tempi- und Taktwechseln wird alles in der Partitur verlangt.

Wer dies souverän und anscheinend mühelos meistert und dann noch für die „Erinnerungen“ an Zirkus Renz“ mit Karla Kellner, Hannah Schwarz, Tim Brucker, Andreas Zimmermann und Rüdiger Burkard gleich fünf vereinseigene Kräfte aufbieten kann, die diese artistische Solonummer auf drei Xylophonen gemeinsam mit einem unverkennbaren Augenzwinkern zum Besten geben, kann sich in Blasmusikkreisen und darüber hinaus „von“ schreiben. Im begeisterten Publikum wurde danach gemutmaßt, dass der in Karlsruhe aktuell seine Zelte aufschlagende „größte Zirkus Europas“ den Odenheimer Circus Odini um dieses Orchester aus Östringen schon ob seiner Größe beneiden könnte.

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