Percussion Main

Der Name percussion power  steht für das in besonderer Weise aktive Schlagzeugregister des Musikvereins. Mit Beginn von Manfred Kellers langjähriger Dirigentenägide entwickelte sich das Schlagzeugregister zu einem Aushängeschild des Musikvereins Östringen. Ruhender Pol, Registerführer und Organisator ist Rüdiger Burkard, der seit 1974 als erster Schüler  Manfred Kellers in Östringen mit Pauke und kleiner Trommel in die vielfältige Welt der Percussion eintauchte. Das Schlagzeugregister spielt in verschiedenen Percussion-Ensembles und deckt alle musikalischen Stilrichtungen ab.

Percussion und Cantus Juvenum

Feuersturm und zarte Klänge

Die Percussion Power des Musikvereins Östringen und der Cantus Juvenum Karlsruhe in concert. 

Es begann mit einem schlichten Gebet im akkordischen vierstimmigen Satz gespielt von der kleinen 12jährigen Hannah Schwarz am großen Marimbaphon. Aus einem zarten, kaum hörbaren Pianissimo entwickelte sie ein ergreifendes Spiel auf Holzstäben, das die Zuhörer den Atem anhalten ließ. Hochkonzentriert, und dabei völlig locker führte das Mädchen ihre Mallets. Es klang nach Orgel. Ein Sound jedoch, dessen Intonation im Gegensatz dazu empfindsam gesteuert werden kann. Und diese Empfindsamkeit war es, mit der Hannah ihr Publikum faszinierte. Kein Wunder, dass sie beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den 1. Preis bekam. Woher diese Reife an musikalischem Gestaltungsvermögen in so frühen Alter?

Eine bleischwer tiefgreifende Stille folgte auf ihren Vortrag, die leider durch unpassenden Applaus zu früh beendet wurde. Schlagwerk und Kammerchor in einem Konzert zusammen zu bringen erwies sich als ein durchweg gelungenes Projekt. Die beiden Initiatoren Rüdiger Burkard, Leiter der siebenköpfigen Schlagwerkgruppe des Musikvereins Östringen und Hans-Jörg Kalmbach, Gründer der Aurelius Sänger Knaben Calw und jetzt Leiter des sowohl an der Stadtkirche als auch an der Christuskirche in Karlsruhe etablierten Cantus Iuvenum Karlsruhe reizten die vielfältig gegebenen Klangmöglichkeiten  konsequent aus, indem sie das Programm sowohl auf reizvolle Klangmischung, als auch auf die den Ensembles innewohnende Gegensätzlichkeit anlegten.Die gemeinsam aufgeführten Stücke, wie die Dreifaltigkeitshymne „Alta trinita beata“, das Choralvorspiel „Jesus bleibet meine Freude“ von Bach, Mozarts „Ave verum“ und drei Spirituals erwiesen sich als interessante Klangexperimente, die von den jungen Musikern  beider Ensembles viel Einfühlungsvermögen verlangten, wobei der Chor bisweilen, eingehüllt in den wolkigen Klang aus Vibraphonen, Xylophonen und Glockenspiel, im überakustischen Raum der Östringer Cäcilien-Kirche es  nicht leicht hatte, sein Gestaltungsvermögen zur Geltung zu bringen. Mit den a-cappella Sätzen der „Deutschen Messe“ von Schubert, Bruckners „Locus iste“ und „Drei Gesängen aus Taize“ jedoch bot der Kammerchor, bestehend aus 11 Jungen und 10 Mädchen, einen ausgewogenen Chorklang mit strahlendem Sopran, lockerem Forte und berückendem Piano, besonders in der Gestaltung der Zeilenübergänge. In oft scharfem Gegensatz dazu standen die Darbietungen der Percussion Power, wobei „Fire“ in seiner dramatischen Gewalt nicht zu überbieten war. Aus einem lauten Knall entwickelte sich ein kompliziertes rhythmisches Geflecht, an dem alle Trommeln und Becken sich beteiligten und einen regelrechten Sturm entfalteten. Hannah Schwarz trat noch zweimal solistisch auf und zeigte, dass sie technisch in der Lage ist, den virtuosen Spuren ihres großen Bruders Maximilian zu folgen , der seinerseits mit einem solistischen Auftritt glänzte. Manfred Keller, der frühere Leiter und Nestor der Schlagwerkkunst des MVÖ, wäre stolz  gewesen auf die hervorragenden Leistungen seiner Enkelschüler. Die Zuhörer waren begeistert und spendeten stehend anhaltenden Beifall.

 Helmut Burkard